Tierwohl-Geesthacht

Praxis für Tierphysiotherapie und -kommunikation

Die Hüftgelenksdysplasie beim Hund


Die Hüftgelenksdysplasie (kurz: HD) zählt zu den Jungtiererkrankungen. Als HD bezeichnet man die Fehlbildung der Hüftgelenke. Diese kann einseitig oder beidseitig auftreten.

Die HD gehört leider zu den häufigsten Krankheiten des Bewegungsapparates bei mittelgroßen bis großen Hunderassen.

Alle Gelenkflächen sind von Knorpel überzogen. Zusätzliche Stabilität erfahren die Gelenke über den Spannungszustand der Muskeln, die Gelenkkapsel und die Anziehungskraft der enthaltenen Gelenkflüssigkeit sowie dem Band, das den Oberschenkelkopf mit der Tiefe der Hüftgelenkspfanne verbindet.

Sind Abweichungen von diesem Zustand vorhanden, bezeichnet man das Hüftgelenk als "dysplastisch".

Bei einem instabilen oder fehlgebildeten Hüftgelenk führt die wiederkehrende Fehlbelastung zu Zerrungen der Gelenkkapsel, der Bänder und zur Schädigung des Gelenkknorpels und der gelenkbeteiligten Knochen.

Es entwickeln sich knöcherne Zubildungen und Verformungen im Gelenk, die auf dem Röntgenbild als bleibende Arthrose sichtbar sind. 

Wie entsteht eine HD?

  • Die Entwicklung der Hüftgelenke wird maßgeblich durch Erbanlage und Ernährung beeinflusst.
  • Erbanlage: Welche Gene bei der HD eine Rolle spielen, ist nicht geklärt.
  • übermäßige Lockerheit oder Instabilität des Hüftgelenks begünstigt die Entwicklung von Arthrose
  • Ernährung: Ein Überangebot von Calcium (Futterkalk) sollte vermieden werden. Als nachteilig hat sich bei großen Rassen eine energiereiche, zu eiweißreiche Fütterung erwiesen (zu schnelles Wachstum!)


Symptome einer HD können sein:

  • Hunde mit mittel- bis hochgradiger HD sind meist weniger aktiv.
  • legen sich häufig hin, zeigen Mühe beim Aufstehen und lahmen in der Hinterhand – insbesondere nach längerem Liegen
  • Im Frühstadium der HD: Lahmheit kann nach ersten Schritten verschwinden
  • später zeigt sich die HD bei körperlichen Aktivitäten mit deutlicheren Lahmheitszeichen
  • will nicht mehr weit laufen
  • sitzt häufiger ab
  • schreit beim Spielen hin und wieder auf
  • unstabiler Gang mit den Hinterbeinen
  • evtl. hörbares Knirschen der Gelenke, evtl. Klickgeräusche
  • häufig kann der chronische Schmerz den Charakter des Hundes verändern: missmutig, evtl. sogar bissig
  • zunehmende Schmerzen bei Spaziergängen


Prophylaxe/Behandlungsmöglichkeiten:

  • keine übermäßige körperliche Arbeit, kein zu frühes ausgedehntes Training
  • Eine straffe Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur durch gleichmäßige, moderate Bewegung ist günstig für die Stabilisierung der Hüften.
  • Physiotherapie ist sehr wichtig zur Behandlung einer HD. Die HD ist zwar nicht rückgängig zu machen, aber mit Hilfe der richtigen Physiotherapie können die Beschwerden gelindert und Schmerzen verringert werden. Hierbei helfen: Die Low-Level-Lasertherapie, Massagen, um überlastete Muskeln in ihren optimalen Zustand zu bringen, das richtige Muskelaufbautraining, Maßnahmen, um die beteiligten Gelenke zu mobilisieren und vor allem: Hausaufgaben für Sie und Ihren Hund. Lassen Sie sich von mir zeigen, welche Übungen Ihrem Hund gut tun und die Muskeln stärken.
  • Tierärztliche Behandlungsmöglichkeiten können - je nach Grad der HD - sein: z. B. Goldakupunktur, Durchtrennung des Pectineus-Muskels, Kapselraffung usw.
  • Andere Behandlungen, wie z. B. Homöopathie, Akupunktur uvm. erfahren Sie beim Tierheilpraktiker Ihres Vertrauens